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MIG/MAG-Schweißen

Grundlagen für das MIG/MAG-Schweißen

Neben einer guten Ausbildung des MIG- oder MAG-Schweißers sind auch die theoretischen Spezifikationen bei diesem Verfahren zu berücksichtigen. Nach dem Einschalten des Brennerschalters wird die Drahtelektrode mit der bereits selektierten Geschwindigkeit in Bewegung versetzt. Das Stromrelais sorgt in demselben Augenblick für eine Stromführung und das Schutzgas startet mit seiner Strömung. Durch die Berührung mit der Werkstückoberfläche wird ein Kurzschluss erzeugt. Durch die hohe Stromdichte an der Spitze der Elektrode fängt an der Berührungsstelle eine Materialverdampfung statt und dadurch wird die Zündung des Lichtbogens erzeugt. Durch die hohe Förderrate des Drahtes ist es möglich, dass der noch sehr geringe Lichtbogen wieder erstickt und die Zündung erfolgt erst beim zweiten oder dritten Versuch. Deswegen ist es ratsam, eine Zündung mit geringerer Fördergeschwindigkeit vorzunehmen und wenn tatsächlich die notwendige Stabilität des Lichtbogens erreicht wurde, die tatsächliche Drahtfördergeschwindigkeit zu erhöhen. Heutige MIG/MAG Anlagen offerieren die Einstellung der angeblichen Einschleichgeschwindigkeit. Die Zündung sollte keinesfalls außerhalb des Fugenbereiches und nur an derartigen Positionen erfolgen, die direkt anschließend wieder aufgeschmolzen werden. Zündstellen, die nicht überschweißt wurden, können an solchen lokalen erwärmten Stellen durch die erhöhte Geschwindigkeit der Abkühlung Risse verursachen. Ungefähr 10° bis 20° wird der Brenner in Schweißrichtung geneigt und kann dadurch lange Zeit dauernd oder gängig geführt werden. Der ideale Abstand zum Werkstück soll den Abstand zwischen der unteren Kante der Stromkontaktdüse und dem Anfangspunkt des Lichtbogens, der circa 10 – 12 x Drahtdiameter beträgt, bilden. Bei übermäßiger Neigung des Brenners kann es passieren, dass Luft in das Schutzgas eindringt. Die stechende Führung eines Brenners ist im Regelfall beim Schweißen mit Massivdrähten üblich sowie die ausgedehnte Führung bei der Verwendung von schlackenbeinhaltenen Fülldrähten. Eine minimale schleppende Bewegung ist bei Brennern auch beim Fallnahtscheißen festzustellen. Meistens kommt Fallnahtschweißen bei dünnen Blechen zum Einsatz. Bei stärkeren Blechen ist die Gefahr möglich, dass eine fehlerhafte Bindung durch vor gelaufenes Schweißmaterial entsteht. Bindefehler können auch dann auftreten wenn mit zu niedriger Schweißgeschwindigkeit das Schweißen vorgenommen wird. Ein ausgedehntes Schaukeln sollte aus diesem Grund möglichst ausgeschlossen werden. Als gebräuchliche Pendelform wird das offene Dreieck angesehen.

Beendigung des Schweißens und Schweißparameter

Bei diesem Schweißverfahren darf am Nahtende nicht der Lichtbogen plötzlich beendet und der Brenner von der Unebenheit entfernt werden. Insbesondere bei dicken Blechen wo tiefe Unebenheiten entstehen können, ist es sinnvoller, den Lichtbogen langsam vom Bad zu entfernen oder falls die Anlage die Möglichkeit zulässt, ein Füllprogramm für den Endkrater zu präzisieren. Meistens verfügen die Anlagen über eine begrenzte Einstellung für den nachströmenden Fluss des Schutzgases. Dadurch kann das restliche flüssige Schweißgut unter der Abdeckung des Schutzgases erkalten. Die Wirkung wird aber nur dann entfaltet, wenn der Brenner auch eine entsprechende Zeitspanne an Nahtende verbleibt. Die Untergrenze für die Verfahrensanwendung für stumpfe Nähte bei unlegiertem Stahl liegen bei ungefähr 0,7 mm, nichtrostender Stahl bei 1 mm und bei Aluminium bei ungefähr 2 mm. Die Schweißung bei Wurzellagen und Dünnblechen erfolgen meistens durch den Kurzlichtbogen oder im niedrigen Performancebereich des Impulslichtbogens. Der Sprüh- oder Langlichtbogen wird bei dickeren Blechen für Füll-, Gegen- und Deckenlagen verwendet. Die Strom- und Spannungswerte können meistens vom Schweißer nachvollzogen werden, wenn die integrierten Messinstrumente sich in den Geräten befinden. Anzeigeinstrumente informieren beim Impulsschweißen den Schweißer über den arithmetischen mittleren Wert von Stromstärke und Lichtbogenspannung. Richtwerte bieten Tabellen für das Schweißverfahren. Sind keine Geräte für die Messung integriert, können auch externe Geräte zur Messung benutzt werden. Der Schweißer muss sich jedoch an die in den Tabellen vorgegebene Geschwindigkeit des Drahtvorschubes halten. Die richtige Einstellung der Lichtbogenlänge beim Elektroden-Schweißen muss von seinem individuellen Hören und Sehen erfolgen.